Fünf Minuten Ekel – Interview mit Marie Diederich

Foto: © Markus Spiske / pexels

Woher kommen unsere Nahrungsmittel? Meistens geben wir den Supermarkt um die Ecke als grobe Richtung an. Genaueres wissen wir selten. Dabei wird Genuss- und Küchenkompetenz im Rahmen eines ökologisch vertretbaren Lebensstils immer wichtiger. Vieles müssten wir gar nicht kaufen, weil es sich längst in unseren vier Wänden befinden könnte. Wir sprachen mit Food-Bloggerin Marie Diederich über das Thema ihres neuen Buches: Selbstversorgung.  

Woher kommen unsere Nahrungsmittel? Meistens geben wir den Supermarkt um die Ecke als grobe Richtung an. Genaueres wissen wir selten. Dabei wird Genuss- und Küchenkompetenz im Rahmen eines ökologisch vertretbaren Lebensstils immer wichtiger. Vieles müssten wir gar nicht kaufen, weil es sich längst in unseren vier Wänden befinden könnte. Wir sprachen mit Food-Bloggerin Marie Diederich über das Thema ihres neuen Buches: Selbstversorgung.  

DISGUSTING FOOD MUSEUM BERLIN: Wenn im Zuge der Selbstversorgung Hühner gehalten werden, mit denen auch gekuschelt wird, lassen sie sich dann aufgrund der emotionalen Bindung noch essen?

Marie Diederich: Es scheint für viele Menschen ein Widerspruch zu sein, Tiere zu essen, die man selbst aufgezogen hat. Als ich zum ersten Mal meine eigenen Ziegen gegessen habe, bin ich im Anschluss für sechs Jahre vegan geworden, weil es mir so nahe gegangen ist. Es ist einfach, anonymes Fleisch im Laden zu kaufen und die Tatsache auszublenden, dass dafür ein fühlendes Lebewesen sterben musste. Ich finde es viel ehrlicher, davor nicht die Augen zu verschließen und stattdessen dafür zu sorgen, dass die Tiere ein so schönes und freies Leben führen dürfen, wie wir es ihnen ermöglichen können. Das fühlt sich aufrichtiger und besser an, und deswegen esse ich mittlerweile wieder Fleisch. Von meinen eigenen Tieren. Aber weh tut es natürlich trotzdem, wenn ein Tier gehen muss, das einem ans Herz gewachsen ist.

DFM Berlin: Bei welchen Produkten würdest du auf Selbstversorgung verzichten?

Marie Diederich: Senf, Getreide und Öl kann man zwar theoretisch selbst herstellen, mir ist das aber zu aufwendig. Ich baue meinen eigenen Hartmais an, weil man Mais nicht dreschen muss. Den Rest kaufe ich lieber regional ein.

DFM Berlin: Gibt es Nahrungsmittel, egal ob selbst gemacht oder fremd produziert, zu denen dich keine zehn Pferde bringen könnten, sie zu essen?

Marie Diederich: Anonymes Supermarkt-Fleisch vielleicht. Ansonsten nicht wirklich. Ich habe grundsätzlich wenig Ekel vor und viel Spaß an Essen. Ich finde sogar Mehlwürmer, Taubenfleisch und gebratene Hoden lecker.

Wir danken für das Gespräch!

Die Fragen stellte Dr. Martin A. Völker.

Marie Diederich (Autorin)
Selbstversorgung
Löwenzahn Verlag, Innsbruck 2022
Hardcover, 312 S.
29,90 €
ISBN: 978-3-7066-2682-8


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