Fünf Minuten Ekel – Interview mit Helena Jacoby

Foto: © Magicbowls / pexels

Kochen ist eine Kunst. Warum nicht auch hier die Grenzen zwischen den einzelnen Künsten niederreißen, um Synergieeffekte zu erzeugen. Viele kleine und große Kochmeister*innen lassen sich von Musik inspirieren und antreiben. Klingt gut, schmeckt gut. Wir sprachen über das Thema Küchenmusik mit Helena Jacoby von EatSmarter.

DISGUSTING FOOD MUSEUM BERLIN: Kann Musik die Kocherfolge steigern? Oder anders gefragt: Welche Hintergrundmusik passt zu Fischstäbchen mit Kartoffelbrei?

Helena Jacoby: Selbst mit frischen, natürlichen Zutaten zu kochen, ist einer der besten Dienste, den Sie Ihrer Gesundheit erweisen können. Deshalb ist alles, was die Freude und Motivation für die Zeit am eigenen Herd erhöht, eine super Idee. Musik kann da ganz neuen Schwung reinbringen, zum Beispiel während Sie die Zutaten für eine bunte Bowl zusammenstellen, putzen und schnippeln. Mein derzeitiger Favorit für Kochen und Hausarbeit: das aktuelle Album „=“ von Ed Sheeran. Wenn es in der Küche mal fordernd zugeht, helfen Stücke mit einem entsprechenden Beat. Ich habe es bisher noch nicht probiert, aber zu „Euphoria“ ließe sich bestimmt von Hand Sahne schlagen. Bei Fischstäbchen mit Kartoffelbrei, einem typischen Kinderleibgericht, darf es auch gern mal ein wenig alberner in der Küche zugehen. Eine gute Gelegenheit etwa, eine Lieblingsplatte aus der Kindheit nochmal zu hören. Bei mir wäre das „Anne Kaffeekanne“. Es gibt mitunter auch Songs, die Rezepte enthalten. Das Lied „Chocolate Chip Cookies“ von den Wise Guys wurde von Fans nachgebacken. Allerdings waren die Ergebnisse laut Angaben der Band anfangs so enttäuschend, dass der Songtext noch einmal überarbeitet werden musste, sodass nun genießbare Kekse dabei herauskommen.

DFM Berlin: Ändert sich die Musik je nach gekochtem Gang?

Helena Jacoby: Viele Gerichte, die wir lieben, sind eng mit bestimmten Emotionen verknüpft. So kann ein wärmendes Hühnerfrikassee einen zum Beispiel trösten und stärken, während die mit Freunden selbst belegte Pizza zur fröhlich-ausgelassenen Stimmung beiträgt. Wer dieses Gefühl schon beim Kochprozess hervorrufen oder unterstützen möchte, kann das mit der passenden Musik sicher tun. Vielleicht ließen sich so sogar Playlisten erstellen, die nicht nur zu den mit der Speise verknüpften Gefühlen passen, sondern sogar den Kochprozess unterstützen. Es gibt zum Beispiel Playlisten eines Reisherstellers, die genauso lange laufen, wie die Kochzeit der angebotenen Reissorten beträgt.

DFM Berlin: Wenn dann endlich gegessen wird: Ertönt dieselbe Küchenmusik oder eine ganz andere?

Helena Jacoby: Bei der Werkelei in der Küche darf die Beschallung für mich auch mal beschwingt und laut sein. Wenn es sich anbietet, mitzusingen, umso besser. Hingegen finde ich beim Essen dezente Hintergrundmusik von Vorteil, gern instrumental, zum Beispiel von Ludovico Einaudi.  So können Sie sich in Ruhe mit Ihren Mitmenschen unterhalten und gleichzeitig für eine gemütliche, entspannte Atmosphäre sorgen.

Wir danken für das Gespräch!

Die Fragen stellte Dr. Martin A. Völker.

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